Seit genau 18 Tagen sind wir bereits im Land der 7107 Inseln… Ich musste soeben die Tage zählen denn, unser Visum ist nur 30 Tage lang gültig und wer mich kennt weiss, das ich in einigen bürokratischen Angelegenheiten einfach kein Ass bin. So mussten wir bei der Ausreise aus Mosambik eine Strafe bezahlen da wir einen Overstay hatten und auch die Visa Verlängerung in Bali kostete doppelt so viel, da ich nicht um den Express-Zuschlag rum kam. Das Geld können wir auf unserer Reise definitiv besser einsetzen und deswegen hab ich beschlossen, mit dem Thema «Visum» etwas sensibler umzugehen und unseren Aufenthalt auf den Philippinen besser zu planen.
Knapp drei Wochen sind wir nun also hier auf der kleinen Vulkaninsel Camiguin und nennen dies unser temporäres zu Hause. Wir wohnen in einem kleinen self-catering Bungalow, haben einen hübschen Garten mit Terrasse, eine Kochnische mit voll ausgestatteter Küche sowie einer Gasherdplatte, Kühlschrank, Dusche mit Kaltwasser, TV, Klimaanlage und Ventilator. Wir haben alles was wir brauchen und zahlen CHF 11.- pro Nacht.
Während ich hier draussen auf der Veranda sitze, höre ich in der Ferne immer wieder ein «ballern». Die Philippiner sind voller Vorfreude – Weihnachten steht vor der Tür! Das Geknalle ist (leider) ein Teil davon. So basteln sie ihre eigenen Feuerwerkskörper, welche ausser Lärm nichts können (das seh nicht nur ich so ). Ich bin gespannt wie es an Weihnachten und an Silvester tönen wird und freue mich, wenn der Spuck am 01.01.18 zu Ende geht.
Genau, wir haben eine kleine Planänderung vorgenommen und werden Weihnachten und Silvester auf den Philippinen verbringen. Zum Glück ist Papa Urs flexibel :-)! Unser Aufenthalt in Indonesien war intensiv, wunderschön, erlebnisreich, abenteuerlich aber ehrlich gesagt auch etwas anstrengend. Anstrengend vor allem, weil wir keine richtige «home base» hatten. Alle paar Tage weiterzuziehen zerrte an den Kräften und wie wir gemerkt haben, ist es nicht unser Ding. Unsere Indonesien-To-Do-Liste ist jedoch noch nicht fertig abgestrichen und wir werden definitiv zurück kehren. Doch als wir in Manado angekommen sind merkten wir, wie ausgepowert wir waren und wie sehr wir uns nach einer Verschnaufpause und einem «zu Hause» sehnten. Das tolle am individuellen Reisen ist, dass man keine Verpflichtungen hat. So haben wir am selben Abend unsere Flüge gebucht, sind 3 Tage später im Flieger gesessen und 26 Stunden später (kein Tippfehler, 26h! später) auf Camiguin gelandet… Nudelfertig.
Mit einem Umfang von 65 Kilometer und knapp 90’000 Einwohner ist die Insel überschaubar und wurde von den grossen Touristenströmen bislang verschont. Ich selbst war im Februar zum ersten Mal hier und hatte meine ersten Versuche mit Freediving, genoss tolle Yoga Stunden und hab damals den Entschluss gefasst, eine Veränderung in meinem Leben vorzunehmen. Neun Monate später nochmals auf der Insel zu sein wo quasi «alles begann» war und ist ein wunderschönes Gefühl. Und diesen neuen Abschnitt mit Chloe teilen zu dürfen, das beste überhaupt.
Seit gestern hab ich irgendwie auch das Gefühl, dass wir hier «angekommen» sind. Es braucht eben doch eine Zeit, bis man sich an einen Ort gewöhnt hat und bis der Erholungseffekt einschlägt. Gestern Nachmittag hatten wir zu zweit unseren Bungalow aufgeräumt und gereinigt, Bibi und Tina Hörbuch gehört und waren Pizza Essen. Ein ganz normaler Samstag eben. Als wir abends im Bett lagen meinte dann Chloe kurz vor dem Einschlafen: „Dies war ein richtig schöner Tag Mama“. Ich empfand es genau so.
Chloe hat mit unserem Nachbarsmädchen Sarah zwischenzeitlich eine Freundschaft geschlossen. Ihre Mama Kate kümmert sich in der kleinen Anlage um die Bungalows und um die Gäste. Vorhin wollte ich Chloe zum Essen abholen und die beiden Mädels öffneten mir grinsend die Verandatür – in der Hand je eine Schüssel Reis. Chloe meinte dann mit Reis im Haar, dass sie schon am Mittagessen ist. Ich musste schmunzeln und als mir Kate versicherte, es sei alles okay, hab ich die kalten Pizza Reste von gestern eben alleine geschmaust.
Die Gastfreundschaft in Asien (wir hatten ebenfalls wunderschöne Begegnungen in Indonesien) berührt mich immer wieder von Neuem:
Erstens sind die Menschen hier äusserst kinderlieb und mit Chloe’s Anwesenheit werden auch mir Türen geöffnet, die mir ohne Kind vielleicht verschlossen blieben.
Zweitens gibt es immer und überall zu Essen und es hat immer genügend Essen – für alle. Unsere Freunde aus Manado (Indonesien) pflegten zu sagen: „Zuerst Essen wir, dann schauen wir weiter…“
Ja, ich tu mich oftmals noch schwer im Annehmen aber Chloe unterstützt mich in diesem Prozess weise:
«Mama, denkst du sie würden uns zum Essen einladen wenn sie das nicht wollten? Sie wollen uns eine Freude machen, nimm es an und sei dankbar».
In einem solchen Moment nicke ich ihr aufmerksam zu und staune, wie selbstbewusst und genüsslich das sechsjährige Mädchen den gehäuften Löffel Reis in ihren Mund steckt und mir zufrieden zuzwinkert. Wie recht sie doch hat!
Ganz herzlich – Jess & Chloe xoxo
P.S. Und bekanntlich sagen Bilder mehr als Worte, viel Spass mit dem Video!
Wow, das tönt aber wirklich sehr entspannt! Bleibt mir nur immer das Gleiche zu sagen: geniesst es!
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Danke!
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Schön schreibst du!
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