
Es ist ruhig auf unserem Blog. Nicht weil es nichts zu berichten gibt. Ganz im Gegenteil. Wir versuchen den Moment zu geniessen, gehen früh schlafen und sind meist vor 06.00 Uhr wach. Da es sehr früh dunkel wird (gegen 17.30 Uhr) und sehr früh hell (05.30 Uhr) scheint dieser Tagesablauf sehr natürlich und fällt uns unglaublich leicht.
Wir wohnen bescheiden hier, obschon unser kleines Häuschen unmittelbar am Strand liegt. Ja, das ist definitiv Luxus. Und dann durften wir auch schon Freundschaften schliessen. Zum Beispiel mit George Banana, Armando Fresco, Nando, Sam um nur einige zu nennen. Jungs/Teenager welche ihr Taschengeld mit selbstgeknöpften Armbändern aufbessern. Zugegeben, manchmal etwas irritierend, denn morgens um 10.00 Uhr sollten die Buben in der Schule sitzen und nicht bei uns am Küchentisch… Und ich versuche noch immer zu verstehen wie das hier mit der öffentlichen Schule funktioniert, ob die Eltern von der Schulleitung informiert werden wenn ihre Kinder nicht präsent sind im Unterricht, ob die Schule überhaupt eine Präsenzliste führt und überhaupt, wieso vieles denn so ist wie es eben ist… Mit dieser Aussage will ich nicht werten oder urteilen. Ich lerne jeden Tag von Neuem zu akzeptieren und das zu Tun was in meiner Möglichkeit steht und zu geben was ich will und kann. Die Menschen leben hier in sehr einfachen Verhältnissen. Der Mindestlohn beträgt MZN 5100.-, dies entspricht CHF 80 – im Monat! Viele Hifsarbeiter verdienen sogar noch weniger. Und trotz der finanziellen Einschränkung begrüssen uns jeden Tag strahlende und freundliche Kinderaugen.
Nebst den vielen Kids, Strandverkäufer und Touristen sind auch noch die ganzen Hunde hier. Chloe kennt mittlerweile beinahe alle beim Namen und lacht mich aus, wenn ich Molly, Verbal oder Olaf nicht auseinanderhalten kann. Einige der Hunde haben Besitzer, meist Expats. Ich denke, das ist gut und ebenfalls wichtig, denn die Tiere müssen kastriert und geimpft werden und nach wie vor gibt es zu viele heimatlose. Weniger schön ist es dann, wenn die Expats ab/weiterreisen und ihre temporären Haustiere zurücklassen. Dies kommt zum Glück nur ganz selten vor.
Und nebst den Hunden gibt es Mücken. Wir schlafen unter einem Moskitonetz, untersuchen jeden Abend bevor wir ins Bett kriechen ob da noch was rumfliegt und eliminieren diese wenn nötig. Malaria ist sehr verbreitet hier und mit allen Erwachsenen wo ich hier rede, egal ob Lokale oder Expats, haben beinahe alle schon mal Malaria gehabt. Wir nehmen keine Prophylaxe sondern haben „nur“ ein Notfall Medikament dabei. Der Nachteil ganz klar: Bei jedem „sich etwas komisch fühlen“ ist der erste Gedanke Malaria. Doch über längeren Zeitraum jeden Tag Malaria Tabletten zu schlucken ist keine Variante für uns. Und somit gibt es gar keine andere Option als sich so gut als möglich zu schützen und gesund zu bleiben, oder?
Herzlich, Jess & Chloe
P.S. Wir lieben Sonnenuntergänge, trotz Mücken.
